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Auf den Spuren der Kaiserin

Zu Fuß durch Sisis liebste Landschaften
Panoramablick auf Madeiras Nordküste mit weißen und rosa Hortensien im Vordergrund, grünen Bergen, Dörfern und blauem Ozean.

Sie war eine der faszinierendsten und einflussreichsten Frauen ihrer Zeit. Kaiserin Elisabeth, besser bekannt als Sisi, brach mit vielen Erwartungen. Ihr Schönheitskult, ihr Modebewusstsein und ihre unabhängige Lebensweise machten sie zu einer Ikone, deren Mythos bis heute anhält. Kaum eine historische Persönlichkeit Österreichs prägt den Tourismus bis in die Gegenwart so stark wie Sisi. Das Reisen zählte zu ihren größten Leidenschaften, weshalb sie weite Wege auf sich nahm, um Länder quer über den europäischen Kontinent zu besuchen.

Bis heute lebt der Geist Sisis vielerorts weiter. Historische Bauten, Denkmäler und Lieblingsorte der Kaiserin erinnern an vergangene Zeiten und machen es möglich, auf historischen Pfaden zu wandern. Wir nehmen Sie mit zu den schönsten Reisedestinationen, die bereits Kaiserin Sisi fest in ihr Herz geschlossen hatte.

Panoramablick auf Madeiras Nordküste mit weißen und rosa Hortensien im Vordergrund, grünen Bergen, Dörfern und blauem Ozean.

Korfu: Die Lieblingsinsel der Kaiserin

Zeitzeugen vergangener Tage

Die griechische Insel Korfu beeindruckt mit zerklüfteten Berglandschaften und einer üppig grünen Vegetation. Kein Wunder, dass die kleine Insel im Ionischen Meer die Lieblingsinsel der Kaiserin war. Sisi war von der prächtigen Pflanzenwelt, dem milden Klima und der griechischen Kultur angetan – eine Begeisterung, die viele Aktivreisende mit ihr teilen. Mit dem Bau des Achilleion-Palastes schuf sie sich auf Korfu einen persönlichen Rückzugsort fern von den Zwängen des Wiener Hofes. Auch wenn das Innere des Palastes aufgrund von Bauarbeiten aktuell nicht besichtigt werden kann, lohnt sich ein Besuch der prächtigen Gärten rund um den Palast. Hibiskusbüsche, Palmen und Zypressen zieren den Palastgarten. Mit der weißen Sisi-Marmorstature widmete man der Kaiserin ein Andenken. 

Achilleion Palast, ein neoklassizistisches Gebäude mit weißen Säulen und Balustraden, umgeben von Zypressen und mediterraner Vegetation unter blauem Himmel.

Von der Küste ins Weltkulturerbe

Mit jedem Schritt, den man weiter in die Natur der Insel eintaucht, wird klarer, warum Korfu für die Kaiserin ein echter Sehnsuchtsort war. Lange vor ihrer Zeit hinterließen die Griechen, die Römer, die Briten und Franzosen ihre Spuren, die sich in der reichen Kultur, in den bunten Dächern und mittelalterlichen Gassen widerspiegeln. Eine Wanderreise ist eine hervorragende Möglichkeit, um die ganze Vielfalt Korfus zu entdecken. Eine besonders reizvolle Route führt ausgehend von Korfu-Stadt durch das idyllische Ropa-Tal nach Liapades, weiter nach Agios Georgios Pagon und Sokraki. Den krönenden Abschluss bilden das geschichtsträchtige Alt-Perithia und das charmante Küstenstädtchen Kassiopi im Nordosten der Insel. Für Badestopps im türkisblauen Meer und das Flanieren durch die kleinen Bergdörfer bleibt ausreichend Zeit. Die Inselhauptstadt wurde von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt. Kein Wunder – mit ihrer venezianischen Architektur, dem alten Hafen und dem Rathausplatz ist Korfu Stadt reich an Geschichte und unbedingt einen Besuch wert.

Strand in Myrtiotissa

Madeira: Ein Ort des Rückzugs und der Selbstfindung

Heilung zwischen exotischen Blüten und Meeresbrise

Als Sisi im Jahr 1860 an starkem Husten litt, empfahl ihr ein erfahrener Lungenspezialist einen längeren Erholungsaufenthalt am Meer. Zur damaligen Zeit war die Atlantikinsel Madeira in adeligen Kreisen ein beliebtes Ziel für Kuraufenthalte. Dabei verliebte sich Sisi in die exotische Blütenpracht, die Weite des Atlantiks und die Ruhe abseits des Hofzeremoniells. Die damals noch sehr junge Kaiserin war damals von der strikten Etikette eingezwängt. Auf Maderia konnte sie endlich wieder aufatmen. Nach ihrem fünfmonatigen Aufenthalt soll die junge Frau wie ausgewechselt gewesen sein – eine selbstbewusste Dame, die für ihre Interessen einstand, und vor allem von weiteren Reisen nicht mehr abzuhalten war.

Bunte Blumen rahmen einen Küstenblick auf Porto da Cruz auf Madeira mit dramatischer Klippe, Dorf und blauem Ozean unter klarem Himmel.

Von Steilklippen, Nebelwald und Fischerdörfern

Wer die reichhaltige Natur Madeiras auf Wanderpfaden entdeckt, kann mit Sicherheit nachempfinden, dass die Atlantikinsel zu den liebsten Reisezielen der Kaiserin zählte. Die Nordküste ist geprägt von steilen Klippen, mystischem Nebelwald und den höchsten Gipfeln der gesamten Insel. Die Eurohike Wanderreise führt von der östlichsten Landzunge entlang von Küstenwegen zunächst nach Porto da Cruz und weiter hinauf zum Pico Ruivo. Durch dschungelartige Vegetation verläuft die Levada do Rei, bis sie schließlich zu den Steilklippen im Westen der Insel gelangt. Wer die ganze Vielfalt der Insel entdecken möchte, entscheidet sich für die Reise Rund um Madeira. Ausgehend vom Fischerdorf Porto da Cruz entdecken Sie die wilde Nordküste, wandern auf der Hochebene Paul da Serra durch schattige Lorbeerwälder und erkunden die Levada Nova in Calheta und tauchen ein in die lebendige Inselhauptstadt. Würde Sisi heute noch leben, würde man sie wohl am ehesten beim Genusswandern auf Madeira antreffen. Egal, für welche Reise Sie sich entscheiden, die ganzjährige Blütenpracht, das milde Klima und die eindrucksvolle Bergwelt machen Madeira zu einem Ziel, zu dem man immer wieder zurückkehren möchte – ganz nach dem Vorbild der Kaiserin.

Zwei Wanderinnen auf Bergpfad nahe Pico Ruivo, Madeira. Gelbe Blumen säumen den Weg mit dramatischen Berggipfeln und Wolken darunter.

Meran: Luftkurort mit mediterranem Flair

Warum Sisi Meran als Kurort prägte

Im Jahr 1870 suchte Elisabeth für ihre jüngste Tochter Marie Valerie einen Ort mit mildem Klima und reiner Luft, der Erholung für die kleine Monarchin bot. Das damals noch kleine Meran galt als idealer Luftkurort, weshalb Sisi gemeinsam mit Marie Valerie und der älteren Schwester Gisela nach Meran reiste. Die drei Damen residierten für rund acht Monate auf Schloss Trauttmansdorff. Die rasche Genesung ihrer Tochter machte den Ort weit über die Landesgrenzen Tirols als Luftkurort bekannt und gilt bis heute als bedeutende Kurdestination. Vom Schloss spazierte die Kaiserin liebend gerne hinunter zur Passer-Promenade. Der bis heute bekannte „Sisi-Weg“ führt zu insgesamt zehn Stationen, die auch heute noch mit ihr in Verbindung gebracht werden.

Luftaufnahme von Schloss Trauttmansdorff mit terrassierten botanischen Gärten in Südtirol, umgeben von Bergen und Talsiedlungen.

Wo die Alpen auf mediterranen Charme treffen

Meran ist Ausgangs- und/oder Zielort zahlreicher Wanderreisen im Eurohike Portfolio. Entlang der Via Claudia Augusta geht es auf den Spuren der Römer vom Reschensee bis nach Meran. Eine abwechslungsreiche Reise führt von Meran zunächst entlang von Waalwegen nach Kaltern, weiter in die Brenta-Dolomiten und schließlich an den größten See Italiens. Spektakuläre Panoramawege erschließen am Meraner Höhenweg die Bergwelt rund um die Texelgruppe, die zugleich den größten Naturpark Südtirols bildet. Anspruchsvoll wird es auf der Alpenüberquerung entlang des Fernwanderwegs E5: Von Oberstdorf führt die Route durch die Tiroler Alpen und das Passeiertal bis nach Meran. Dort erwartet Wanderer das stimmungsvolle Finale einer unvergesslichen Tour – mit einer einzigartigen Mischung aus alpinem und mediterranem Flair und einer Piazza, die zum entspannten Ausklang bei einem Glas Wein oder einem Aperitif einlädt.

Panoramablick auf terrassierte Weinberge in Algund bei Oberplars, Südtirol, mit traditionellen Häusern und bewaldeten Bergen im Hintergrund.

Viele Wege führen nach Meran

England: Sisis Faszination für den Pferdesport

Freiheitsgefühl im Sattel

Den Anstoß für Elisabeths England-Begeisterung gab ihre Schwester Maria Sophia, die ehemalige Königin von Neapel und Sizilien. Sie empfahl der Kaiserin 1874 einen Sommeraufenthalt auf der Isle of Wight. Dort besuchte Elisabeth Königin Victoria in deren Sommerresidenz Osborne House, die auch heute noch besichtigt werden kann. Gemeinsam mit ihrer jüngsten Tochter, Erzherzogin Marie Valerie, verfolgte sie in England ihre Leidenschaft für den Reitsport und die traditionelle Fuchsjagd. Die Begeisterung für Land und Lebensart führte dazu, dass Elisabeth bereits zwei Jahre später zurückkehrte und das Easton Neston House bei Northampton mietete. Über die Frage, ob Elisabeth dort auch wanderte, kann man nur spekulieren.

Osborne House, ein prächtiger Palast im italienischen Stil mit Turm und geschwungener Fassade, umgeben von formalen Gärten mit gepflegten Rasenflächen.

Von Shakespeares Heimat bis zu den North Cliffs

Beeindruckend sind die Wege entlang der Küste und im Landesinneren allemal. Eine Reise zu den Hügeln der Cotswolds und auf den Spuren William Shakespeares führt Sie mitten ins Herz von Old England. Gleich zu Beginn der Reise steht ein Besuch in Stratford-upon-Avon, dem Tauf- und Sterbeort sowie dem Cottage des berühmten Schriftstellers, auf dem Programm. Mit der Wanderung zum Mogulpalast entdecken Sie ein Stück Indien mitten in England und das typisch englische Örtchen Broadway bezaubert mit Teestuben, Galerien und Pubs.

Für all jene, die den Ausblick aufs Meer beim Wandern lieben, ist der South West Coast Path in Cornwall ein echter Geheimtipp. Hier im Südwesten Großbritanniens findet man eine eindrucksvolle Route voller Kontraste. Die North Cliffs sind geprägt von hohen Klippen und zerklüfteten Landzungen. In der Bucht von Porthcurno erwartet einen türkisfarbenes Wasser und der Küstenort Penzance beeindruckt mit idyllischen Stränden.

Porthcurno Beach

Bad Ischl: Wo aus einer Herzogin die Kaiserin wird

Sommerresidenz mit kaiserlichem Charme

Bad Ischl spielte eine besondere Rolle im Leben der Kaiserin. Hier begegnete die 15-jährige Elisabeth 1853 erstmals dem jungen Kaiser Franz Joseph. Die beiden verliebten sich ineinander und verlobten sich am 19. August 1853 im damaligen Salzfertiger-Haus, dem heutigen Stadtmuseum Bad Ischl. Als junges Mädchen kam Sisi in den Kurort im Herzen des Salzkammerguts und verließ ihn wenig später als zukünftige Kaiserin von Österreich. Später feierte auch ihre Tochter Marie Valerie ihre Hochzeit in Bad Ischl. Im Kaiserpark soll das letzte Treffen Elisabeths mit Franz Joseph vor ihrer Ermordung in Genf stattgefunden haben.

Gelbe neoklassizistische Kaiservilla in Bad Ischl mit Säuleneingang, umgeben von gepflegten Gärten und Besuchern, vor bewaldeten Bergen.

Das Salzkammergut erleben

Auch heute noch kann man die Kaiservilla, die dem Kaiserpaar als Sommerresidenz diente, besichtigen. Zum Beispiel bei einem Zwischenstopp auf der Wanderreise Genusswandern im Salzkammergut. Diese führt vom malerischen Wolfgangsee nach Bad Ischl und weiter an den Hallstättersee. Wenn es ein paar Höhenmeter mehr sein dürfen, können wir die Eurohike Reise Zehn-Seen-Trekking wärmstens empfehlen. Die Aussichten vom Schafberg und Schobergipfel sind die Anstrengung allemal wert und die traumhaften Seen des Salzkammerguts laden zu erfrischenden Badestopps zwischendurch ein. Als Kontrast zu den Gipfelwanderungen ist bei dieser Reise eine Wanderung am Sissi Weg zum Nussensee und nach Bad Ischl eingeplant.

Wanderpause mit Blick auf das Attersee-Panorama

Kindertage am Starnberger See

Wo die Kaiserin tanzte und spielte

Nur wenige Kilometer von Sisis Geburtsstadt München entfernt liegt am Westufer des Starnberger Sees Schloss Possenhofen. Die Sommerresidenz der herzoglichen Familie war für Elisabeth weit mehr als nur ein Schloss: Hier verbrachte sie mit ihren Geschwistern eine unbeschwerte Kindheit. Die ehemalige Parkanlage ist heute als „Paradies“ bekannt und lädt als öffentliches Erholungs- und Badegebiet zum Verweilen ein. Auch als Kaiserin zog es Elisabeth immer wieder an diesen Sehnsuchtsort zurück: 24 Besuche sind überliefert. Während ihrer Aufenthalte residierte sie im heutigen Golfhotel Kaiserin Elisabeth in Feldafing.

Weißes Schloss Possenhofen mit rotem Dach und grünen Fensterläden, umgeben von gepflegtem Rasen und Bäumen unter bewölktem Himmel.

Sisis Heimat am Starnberger See

Den Besuch des Starnberger Sees kann man wunderbar als Wander-Kurzreise bis nach Garmisch verbinden. Von Bernried, über Kochel und Wallgau nach Garmisch begleiten Sie fantastische Blicke auf die Zugspitze, den höchsten Berg Deutschlands. Die Gastfreundschaft der Bayern und die typischen bayerischen Schmankerl machen diese Reise nicht nur landschaftlich, sondern auch kulinarisch zu einem echten Highlight.

Drei Wanderer mit Rucksäcken gehen am Kieselstrand des Starnberger Sees entlang. Im Hintergrund sind ein Hafen mit Segelbooten und Bäume sichtbar.

Reiseberichte: Auf Sisis Spuren

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