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Gästebericht: Mallorca auf der Trans Tramuntana entdecken

Eurohike Gast Ilja auf Erkundungstour zwischen Bergen und Meer
Wanderin mit Rucksack und Wanderstöcken auf felsiger Klippe mit Blick auf das Mittelmeer bei Alcudia, Mallorca.

Wenn Eurohike Gäste sich Zeit nehmen, um ihre Erlebnisse in einem Reisebericht festzuhalten, ist die Freude in der Eurohike-Redaktion groß. Eurohike-Gast Ilja durchquerte die Sonneninsel Mallorca gemeinsam mit ihrer Schwester von der Nord- zur Westküste. Auf der Trans Tramuntana ging es für die beiden durch die faszinierende Serra de Tramuntana, ins Tal der Orangen und die lebhafte Hauptstadt Palma. In diesem Reisebericht nimmt Ilja Sie mit auf die traumhafte Balearen-Insel und teilt Etappe für Etappe persönliche Einblicke in ihre aktive Auszeit zwischen Bergen und Meer.

Wanderin mit Rucksack und Wanderstöcken auf felsiger Klippe mit Blick auf das Mittelmeer bei Alcudia, Mallorca.

Auf nach Mallorca: Die Trans Tramuntana wartet auf uns

Die Idee, gemeinsam eine Woche in den Urlaub zu fahren, kam meiner Schwester und mir etwa zwei Monate vor unserer Anreise nach Mallorca. In unseren Kindertagen haben wir jedes Jahr im Sommer Ferien in den österreichischen Alpen verbracht. Obwohl das Wandern damals nicht unser Hobby war, sondern das unserer Eltern, hat uns die Leidenschaft zum Wandern dennoch gepackt. Da wir die Reise erst für die zweite Oktoberhälfte planten, sollte es eine Destination im Süden sein. Verschiedene Ideen wurden diskutiert und dann einigten wir uns auf Mallorca: Die Insel wird uns hoffentlich noch mit angenehmem Wanderwetter empfangen. Gleichzeitig freuen wir uns über eine relativ kurze Anreisezeit aus der Schweiz, denn Mallorca ist sehr bequem per Flieger aus ganz Europa zu erreichen.

Als ich meinen Chef um Urlaub bitte, fragt er, wohin die Reise geht. „Mallorca“, sage ich. „Ballermann!“, lacht er. „Sicher nicht! Auf Mallorca kann man sehr schön wandern.“, erwidere ich fast etwas beleidigt. Mallorca ist so viel mehr als der Ballermann! Das weiß ich aus Erfahrung, denn vor fünfzehn Jahren waren mein Freund und ich bereits auf dem Fernwanderweg GR 221 unterwegs, jedoch weit weniger komfortabel, mit Rucksack, Zelt und einem Reiseführer zur „La Ruta de pedra en sec“. Diesmal wird es die Luxusvariante: Wir übernachten in schönen Hotels und es wird Transfers für das Gepäck und für uns geben, damit wir generell mehr Meter bergab als bergauf machen können. Die Routenführung ist für uns geplant und wir können ganz bequem mit der Eurohike on Tour-App navigieren.  

Küstenwandern auf der Halbinsel Alcúdia

Am ersten Tag kommen wir erst gegen 19 Uhr in unserem Hotel in Platja d’Alcúdia an. Aufgrund unserer späten Anreise freuen wir uns besonders darüber, dass das Abendessen in diesem Hotel inklusive ist. Auch das Frühstücksbuffet am nächsten Morgen schmeckt besonders gut. Das ist auch wichtig, denn um 08:45 Uhr treffen wir unseren Gästebetreuer von Eurohike, der uns anschließend zum Startpunkt der ersten Wanderung bringt. Irgendwie hatte ich erwartet, dass es eine einfache Wanderung zum Einlaufen wird, aber der Eurohike-Guide überrascht uns: „Heute ist die schwierigste Wanderung der Woche.“ Wir steigen zuerst über deutlich markierte, immer schmäler werdende und sehr schöne Wege bis zu einer Abzweigung, an der es hinauf auf den Talaia d'Alcúdia geht. Ab diesem Moment wird die Wegführung undeutlicher. Es gibt nur noch selten Markierungen, dafür umso mehr Spuren von tierischen Bewohnern. Spätestens hier zeigt sich der Vorteil der Eurohike on Tour-App. So navigieren wir an den Abzweigungen vorbei, die wir nicht einschlagen sollen. Plötzlich sind wir wieder unten auf einem breiten Waldweg. Nach links geht es zu einem wunderschönen, abgelegenen Strand. Da wir heute zwar gutes Wanderwetter genießen, es jedoch für einen Sprung ins Meer zu kühl ist, wollen wir nicht zu viel Zeit verlieren, denn wir haben geplant, nach der Wanderung die Altstadt von Alcúdia zu besichtigen.

Durch eine kleine Schlucht machen wir eine kurze „Dschungeltour“, bis wir wieder auf Grashängen sind. Wir sehen erneut die Talaia d’Alcúdia, nun von der anderen Seite, aber kehren ihr jetzt den Rücken, bis wir einen wunderschönen Blick auf die Bucht von Alcúdia haben. 

Wanderer mit pinkem Rucksack auf felsigem Bergpfad bei Alcudia mit Blick auf Mittelmeer und entfernte Berge unter bewölktem Himmel.

Zauberhafter Sternenhimmel über Lluc

Heute geht es zum Kloster Lluc. Unser Gästebetreuer bringt uns bis kurz nach Pollença, und somit stehen wir zum ersten Mal auf der Route des Fernwanderweges GR 221. Ab jetzt ist es einfach: Der GR 221 ist sehr gut ausgeschildert.

In der Sonne spazieren wir an Olivenbäumen und Grasland vorbei, umgeben von den schönen Bergen der Tramuntana. Durch schattige Wälder steigen wir gemächlich, teils über alte Maultierwege, immer weiter hinauf und passieren einige riesige Bäume, die über 500 Jahre alt sein sollen. Wir kommen am frühen Nachmittag an und ich befürchte, dass Langeweile aufkommen könnte, da wir uns mitten im „Nichts“ befinden, ohne dass es in der Nähe eine Stadt oder einen Strand gibt, den wir besuchen könnten. Allerdings gibt es beim Kloster genug zu tun: Neben den beeindruckenden Klostergebäuden gibt es einen schönen Kreuzweg mit weitem Ausblick auf die Berge, einen hübsch angelegten botanischen Garten und sogar ein Schwimmbad. Auf dem Klostergelände befinden sich außerdem drei Restaurants, ein kleiner Laden und eine Bäckerei. Nach dem Abendessen beobachten wir aus unserem Zimmerfenster, dass die Sterne aufgrund der Dunkelheit hier besonders hell leuchten. Also machen wir noch einen letzten Spaziergang auf dem Kreuzweg, bis es schließlich dunkel wird.

Steinerner Innenhof des Klosters Lluc mit Außencafé, historischen Gebäuden und Tramuntana-Gebirge im Hintergrund unter blauem Himmel.
Wanderer auf Steinweg nahe historischem Klostergebäude in Lluc, Tramuntana. Bäume rahmen die Szene mit Bergen im Hintergrund.

Bekanntschaften unterwegs

Wir wandern zwar individuell, aber in den Hotels und im Bus treffen wir jeweils auf die anderen Eurohike-Wanderer – eine recht gemischte Truppe. Da ist ein Ehepaar aus Deutschland und aus Dänemark, eine Mutter mit ihrer Tochter, ebenfalls aus Dänemark, und dann wir, zwei holländische Schwestern. Zwei Cousinen aus Deutschland mit ihrer Freundin sowie ein Ehepaar aus England laufen uns auch immer wieder über den Weg. Sie machen eine andere Eurohike-Reise, aber die Routen überschneiden sich teilweise. Wir finden es toll, dass man so auf ungezwungene Weise Bekanntschaften knüpft, auch wenn es nur für diese Woche ist.

 

Am Pilgerweg zum Cuber Stausee

Nach dem Frühstück gibt es frisches Brot für unterwegs aus der Klosterbäckerei. Die Eurohike-Busse stehen schon parat, um uns zum Cuber-Stausee zu bringen. Heute erwartet uns ein weiterer Höhepunkt: Wir passieren den höchsten Punkt der GR 221, den „Coll del Prat”. Die Route ist sehr abwechslungsreich: Zu Beginn haben wir einen schönen Ausblick auf den Stausee „Gorg Blau”, dann laufen wir durch einen Eichenwald und schließlich lichtet sich der Wald und gibt den Blick auf das Tramuntana-Gebirge frei. Der Himmel ist blau, die Sicht wunderbar und weit. Nur der lebhafte Wind erinnert uns daran, dass es Herbst ist in Europa. Der Abstieg führt vorbei an restaurierten „Casas de Neu” Schneehäusern. Hier gab es also einst Schnee, so hoch oben. Ob es hier immer noch schneit im Winter? Dank der früheren „Eisernte“ gibt es einen alten und wieder restaurierten Maultierweg bis nach Lluc, den Cami ses Voltes. 

Wir haben uns für ein späteres Abendessen angemeldet, denn vorher wollen wir uns den Sonnenuntergang vom Kreuzweg aus anschauen. Zunächst färben sich die umliegenden Gipfel orange und rosa. Dann wird der Himmel im Westen immer farbiger, von Rosa über Pink und Violett, bis ein tiefes Blau das Ende des Schauspiels andeutet. Die Stimmung im Kloster ist übrigens sehr gemütlich. Es fühlt sich an wie in einer großen Wanderherberge und gar nicht wie in einem Kloster, in dem nur geschwiegen und gebetet wird.

Wanderer mit Rucksack auf felsigem Weg mit Blick auf das Tramuntana-Gebirge unter blauem Himmel mit vereinzelten Wolken und grüner Vegetation.
Panoramablicke im Tramuntana Gebirge

Und wieder steht uns ein Wandertag der Superlative bevor. Wir starten erneut am Cuber Stausee und laufen dieses Mal in die andere Richtung. Die Landschaft sieht heute so aus, als befänden wir uns in Schottland. Das hat aber auch einen besonderen Reiz. Wir verlassen nun endgültig die Stauseen, um nach einem kurzen Aufstieg in der Barranc des Biniaraix abzusteigen. Der Wind lässt nicht nach. Da wir bereits die Warnungen in den Wettervorhersagen gesehen haben, die vermelden, dass ganz Europa heute von einem Herbststurm erfasst wird, lassen wir alle alternativen Wanderungen zu Aussichtspunkten aus. Aber der Barranc des Biniaraix ist einfach spektakulär schön!

Als wir im unteren Teil des Barranco sind, ist der Wind plötzlich weg. Die Sonne scheint und wir haben wieder Sommer! Sóller ist ein schönes Städtchen. Wow, wie viele Leute sind hier! Nach zwei Tagen im Kloster wird mir das fast zu viel. Wir lösen hier unseren Gutschein für ein Orangeneis ein, und genießen das Eis auf der Terrasse in einem ruhigen Hinterhof. Mir war gar nicht bewusst, dass Orangeneis so gut schmeckt und in so vielen Variationen angeboten wird!

Wir freuen uns, wieder ans Meer zu kommen. Unser Hotel in Port de Sóller liegt direkt am Strand und heute wollen wir endlich ins Meer! Aber kaum setzen wir einen Fuß auf die Strandpromenade, schieben sich große Wolken vor die Sonne. Na gut, dann wird heute eben nicht geschwommen. Dafür ist der Sonnenuntergang umso schöner. Ein letzter Spaziergang von der Strandpromenade bis zum Hafen ist heute auch noch drin, um die wunderbaren Farben am Himmel zu genießen.

Wanderer mit rotem Rucksack auf felsigem Bergpfad vor dramatischen Kalksteingipfeln des Cornador Gran auf der Trans Tramuntana.
Entlang der Küste von Deia nach Sóller

Über eine schöne Route werden wir nach Deia gefahren, ein Künstlerdorf auf dem Hang zwischen Felswänden und Meer. Heute gibt es 2 mögliche Routen: Der Küstenweg und die Postroute. Wir entscheiden uns für die Variante Nr. 3, eine Kombination von beiden, mit dem Leuchtturm oberhalb von Port de Sóller als Ziel. Zuerst geht es runter ans Meer. Unsere Bikinis sind im Tagesrucksack, denn wir wollen heute unbedingt baden. Die Cala de Deia ist eine kleine Bucht mit einem traumhaft schönen Restaurant, in dem sich das Personal gerade auf den Tag vorbereitet. Nach einem kleinen Umweg kommen wir am GR221 an.

Dann passieren wir ein Restaurant mit einer gemütlichen Terrasse und schöner Aussicht. An einem der Tische sitzen zwei Bekannte aus unserer Gruppe: Die sind immer schnell unterwegs und scheinen dadurch Zeit zu haben, bei allen Terrassen, die wir passieren, eine Pause einzulegen. Es ist sehr verlockend, aber wollten wir nicht baden heute? Die Entscheidung fällt nicht leicht, aber das Meer muss heute von der Bucketliste gestrichen werden, also winken wir und laufen weiter über eine Variante des GR 221 Richtung Refugi de Muleta. Ein alter Steinweg führt uns dorthin. Unsere Knie werden auf die Probe gestellt, aber als wir den Leuchtturm hoch über Port de Sóller erreichen, geht es nur noch über Asphalt bergab und wir genießen beim Gehen entspannt die Aussicht auf die Bucht.

Und dann ist es endlich so weit: Wir wagen uns ins Meer! Durch den Sturm ist das Wasser nicht so klar, aber nun können wir nicht wählerisch sein. Es lohnt sich definitiv: Das Wasser hat noch eine sehr angenehme Temperatur und wir baden im Meer und das Ende Oktober! Wie schön!

Panoramablick auf die Bucht von Port de Sóller mit türkisfarbenem Wasser, Hafen, Küstenstadt und Tramuntana-Gebirge unter blauem Himmel.
Von Port Sóller in die Inselhauptstadt

Zunächst wandern wir über Fornalutx nach Sóller. Heute wird es richtig warm. Die Vororte von Soller haben schmale Straßen und unser Versuch, auf der Schattenseite zu bleiben, gelingt nicht immer. Wir haben bereits vor einigen Tagen gestaunt, als wir gesehen haben, wie nah die Autos hier an der Hauswand parken. Schließlich haben wir wieder einen Wanderweg unter den Füßen. Wo bleibt aber Fornalutx? Obwohl wir zeitig losgelaufen sind, brauchen wir mehr Zeit als erwartet. Zum Glück bleibt uns doch genügend Zeit, um die Gassen von Fornalutx hoch und runter zu laufen. Es ist tatsächlich ein sehr schönes Dorf, ruhig abgelegen in einer Ecke des Talkessels von Sóller. Wir gehen zügig weiter nach Sóller, denn wir wollen den „Roten Blitz” um 14:00 Uhr nicht verpassen. Doch nachdem Sóller lange Zeit eine Stadt in weiter Ferne war, sind wir plötzlich beim Bahnhof. Wir genießen die Fahrt nach Palma, vor allem der Aufstieg aus Sóller ist sehr schön. Anschließend fahren wir eine lange Zeit durch das Tramuntana-Gebirge hindurch, eine neue Variante, die wir so noch nicht kannten. Vom Bahnhof in Palma aus fährt ein Bus direkt vor unser Hotel.

Oh ja, heute wollen wir noch auswärts essen gehen. Wir haben es uns jeden Tag einfach gemacht und nach der ersten guten Erfahrung in Alcúdia jeden Tag im Hotel gegessen. Wir laufen am Strand entlang, aber finden nichts, das uns so richtig anspricht, also entscheiden wir uns doch für das Hotelrestaurant. Auf dem Rückweg, ganz in der Nähe des Hotels, unternehmen wir einen letzten Versuch. Es ist das Restaurant „Ballermännle“! Nein danke, lieber zurück ins Hotel. So bin ich aber fast noch am Ballermann gelandet!

Traditionelle Steingebäude im Dorf Fornalutx mit Bergkulisse. Enge Gasse zwischen beigen Steinhäusern mit grünen Fensterläden unter blauem Himmel.
Unser Fazit

Obwohl ich bereits vor 15 Jahren am GR 221 bereits vor 15 Jahren unterwegs war, war die Erfahrung dieses Mal eine ganz andere. Es gab einige Strecken, die ich noch nicht kannte, manchmal ging es in die andere Richtung und manchmal war es einfach anders als in meiner Erinnerung. Ich habe gestaunt, wie neu sich die Reise angefühlt hat. Als ich mich im Gespräch mit meiner Schwester darüber wunderte, witzelte ich: „Ich könnte es in 15 Jahren nochmal machen!“ Sie antwortete: „Ich komme auch mit!“ Es folgt eine kurze Pause, dann der Spruch: „Dann bist du 67!” Autsch, daran hatte ich nicht gedacht. Lachend einigen wir uns darauf, es in zehn Jahren zu wiederholen. Ich habe bereits eine Radreise von Eurobike auf Mallorca entdeckt. Bestimmt können wir diese noch mit dem E-Bike machen, wenn wir 62 und 59 sind!

Zwei lächelnde blonde Frauen mit Sonnenbrillen posieren vor einem blauen Wanderwegschild mit Wanderer-Symbolen, umgeben von Bäumen.

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