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Schritt für Schritt über die Alpen – Teil 2

Entstehung der Alpenüberquerung von Garmisch nach Sterzing
Rosa Alpenblumen blühen im Vordergrund mit grünem Bergtal und felsigen Gipfeln unter blauem Himmel bei Obernberg auf der Route Garmisch-Sterzing.

Fans von Alpenüberquerungen aufgepasst! Ab 2026 gibt es eine brandneue Route: die Alpenüberquerung von Garmisch nach Sterzing. In Teil 1 dieses Beitrags nimmt Sie Produktmanagerin Christina mit auf die ersten Etappen von Garmisch durch das wilde Karwendel und die wenig bekannten Brennerberge bis ins Obernbergtal.

In diesem zweiten Teil überschreiten Sie gemeinsam mit ihr den Alpenhauptkamm und wandern über die italienische Grenze bis in die historischen Gassen von Sterzing. Außerdem fasst Christina ihre persönlichen Highlights dieser eindrucksvollen Alpenüberquerung zusammen und gewährt spannende Einblicke in ihre Gedanken bei der Entwicklung der Reise.

Rosa Alpenblumen blühen im Vordergrund mit grünem Bergtal und felsigen Gipfeln unter blauem Himmel bei Obernberg auf der Route Garmisch-Sterzing.

Über den Grenzkamm nach Italien

Neuer Tag, neues Abenteuer. Heut geht’s über die Hauptalpen nach Italien. Ich bin schon sehr gespannt. Eine lange Etappe wartet auf mich und es gibt viel zu erkunden. Auf dem Wiesenweg wandere ich zunächst an der pittoresken Kirche von Obernberg vorbei. Vor mir liegen hohe, schneebedeckte, felsige Zacken und Kämme. Wo man da wohl drüber kommt? Zuerst einmal erreiche ich den Obernberger See, ein Naturjuwel mit karibisch türkisblauer Farbe. Kein Wunder, dass hier eine Menge Tagestouristen unterwegs sind. Aber die hänge ich alle ab, sobald ich die traumhaften Fotospots mit der kleinen Kapelle im See hinter mir lasse. Nun geht es Schritt für Schritt Richtung Sandjöchl. Eine ganze Menge Höhenmeter wollen zurückgelegt werden und aus der Ferne erblicke ich bereits weit oben den Grat. Über die Bergweide schlängelt sich der Pfad in Serpentinen immer weiter nach oben, bis ich schließlich mein erstes Etappenziel für heute erreiche: das auf über 2.000 Meter hoch gelegene Sandjöchl.

Oben angekommen fällt mir sofort der Grenzstein ins Auge. Die Aufschrift „Ö und I“ markiert die Grenze zwischen Österreich und Italien. An diesem Punkt ist ein Foto natürlich obligatorisch: Ein Schnappschuss, der den Grenzübertritt festhält, auf dem ich mit einem Bein in Österreich und mit dem zweiten Bein bereits in Italien stehe. Sowohl der Wegweiser in Österreich als auch in Italien zeigt nach Gossensass, meinem heutigen Tagesziel. Über 1100 Höhenmeter führt der Pfad in zahlreichen Kurven durch den Wald abwärts. Nach etwa 1,5 Stunden erreiche ich den Jakobsweg, der über den Brennerpass führt. Nun „pilgere“ ich das letzte Stück ans Ziel. Willkommen in Italien – benvenuti! Gossensass ist ein kleines Dorf mit einem kleinen Laden, wenigen Gaststätten und Hotels, aber dafür umso imposanteren Bergwelten ringsum und gleichzeitig die erste Gemeinde südlich des Brennerpasses, die sich ins romantische Pflerschtal schmiegt.

Kleine Kapelle auf einem bewaldeten Hügel neben dem türkisfarbenen Obernbergersee, mit felsigen Berggipfeln und Nadelwald unter blauem Himmel.

Urige Almen, Südtiroler Spezialitäten und historische Gassen

Auf der letzten Etappe gibt es zahlreiche Wege. Sie dürfen sich darauf verlassen, dass ich die schönsten Routenführungen für Sie ausfindig mache. Für mich bedeutet das: genaues Kartenstudium und vor allem, mehrere Varianten selbst auszuprobieren. Das kann ein paar Tage dauern, aber genau das macht meinen Job so spannend, und ich bin jedes Mal aufs Neue motiviert, bei der Erarbeitung neuer Reisen die eindrucksvollsten Orte zu entdecken.

Das Schlechtwetterprogramm nehme ich mir gleich am ersten Tag vor, denn in höheren Lagen ist es etwas neblig. Also wandere ich auf dem Jakobsweg, vorbei an einem Wasserfall, gemütlich durch Felder und Wälder und erreiche bald Sterzing. Mit dem Zug pendle ich zurück nach Gossensass – voller Vorfreude auf den nächsten Tag, an dem ich die Standardroute erkunden werde.

Heute werde ich mir die Route von Gossensass direkt auf die Vallmingalmen ansehen. Der Aufstieg im Wald ist sehr nett und ich habe die Möglichkeit, direkt im Ort zu starten. Die kleine Hüttensiedlung der Vallmingalmen mit den sogenannten Kasern (= Almhütte) ist wirklich entzückend. Drei der Hütten sind bewirtschaftet und bieten allesamt lokale Produkte aus eigener Herstellung an. Frische Almmilch und ein köstlicher Kuchen gehören für mich bei einer Wanderrast einfach dazu. Im Gespräch mit der netten Almwirtin spinne ich bereits die Idee eines optionalen Abstechers zum Monte Cavallo, den wir als dritte Variante anbieten möchten.

Traditionelles Almdorf Vallmingalm mit steinernen Dächern auf grünen Wiesen, umgeben von Wäldern und schneebedeckten Bergen.

Für den Abschluss meiner Erkundungen spielt nun auch endlich das Wetter mit, und ich mache mich an die letzte Etappe – auf der hoffentlich allerschönsten Route. Dafür wandere ich von Gossensass ein Stück ins Pflerschtal zur Seilbahn Ladurns. Oben angekommen geht es endlich auf den vielgerühmten Höhenweg, auf den ich mich schon so gefreut habe. Ein schmaler Pfad schlängelt sich durch Latschengassen auf und ab entlang der Höhenzüge. Immer wieder eröffnen sich beeindruckende Tiefblicke ins Tal und auf die markanten Gipfel der Tribulaune.

Der abwechslungsreiche Steig führt mich zur Vallmingalm, die ich bereits vom Vortag kenne. Heute lege ich meine Rast im Baron-Kaser ein und genieße die traditionelle Alpenspeise Polenta. Als Dessert gönne ich mir einen Himbeerkuchen mit einem großen Cappuccino. Am liebsten würde ich ewig hierbleiben und den Kühen beim Grasen zusehen, doch ich möchte heute noch die Route auf den Rosskopf erleben und rechtzeitig die Gondelbahn erreichen, die mich nach Sterzing bringt. Unterhalb des Gipfels befindet sich die Wunschglocke, bei der man einen Friedenswunsch ins Tal erklingen lassen und den Ausblick auf die schneebedeckten Gebirgszüge genießen kann. Erstaunliche Akustik! Die Panoramaplattform am Gipfel ist über einen gut ausgebauten Weg erreichbar. Nur der letzte kurze Abschnitt zum Gipfelkreuz ist etwas anspruchsvoller, denn der Grat ist schmal. Doch nach wenigen Schritten habe ich es geschafft und stehe oben – ciao Monte Cavallo! Welch würdiger Abschluss dieser wunderbaren Alpenüberquerung! Das 360-Grad-Panorama ist überwältigend und reicht bis zu den Dolomiten. Nun ist es nicht mehr weit zur Bergstation der Rosskopfbahn, und ich schwebe mühelos hinab.

Bronzene Wunschglocke und Holzschaukel am Rosskopf mit Panoramablick auf schneebedeckte Alpengipfel und grüne Täler.

Obligatorischer Abschluss: Gelato und Holzofen-Pizza in Sterzing

Von der Talstation der Seilbahn spaziere ich durch das Stadttor am Zwölferturm in die sehenswerte Altstadt von Sterzing. Gepflegte Pflastergassen und hübsche Häuserzeilen mit einladenden Geschäften und Restaurants verleihen dem Ort ein ganz besonderes italienisches Flair. Hier gibt es endlich auch das traditionelle „Gelato originale“ – echte, hausgemachte italienische Eiscreme. Ich finde, diese Belohnung hat sich jeder Alpenüberquerer am Ziel wirklich verdient.

Nach dem Check-in im Hotel geht es noch einmal zurück ins Zentrum: für eine legendäre Holzofenpizza und einen Abschlussdrink, mit dem ich diese erlebnisreiche, großartige neue Wanderreise über die Alpen gebührend feiere.

Wenn man in nur einer Woche zu Fuß über die Alpen gehen kann – wer möchte dann noch in wenigen Stunden mit dem Auto über die Brennerautobahn nach Italien fahren? 😊 Ich wünsche euch allen ganz viel Freude beim Wandern!

Resumée und Gedanken zum Weitwandern

Highlights

Das Eindrucksvollste an dieser neuen Reise sind für mich die zahlreichen Pass- und Jochübergänge, die man aus eigener Kraft erklimmt. Nach einem langen Aufstieg am höchsten Punkt der Etappe anzukommen, ist jedes Mal ein ganz besonderer Moment – ein kleiner Triumph. Wenn ich zurückblicke und sehe, was ich bereits zu Fuß geschafft habe, und gleichzeitig nach vorne schaue, in weitere unbekannte Berggruppen und Gebirgsketten bis zum Horizont, entsteht ein Gefühl von Weite und Freiheit, das schwer in Worte zu fassen ist.

Weniger ist mehr

Diese Reise führt nicht so weit wie bis Meran oder Venedig. Stattdessen verläuft sie durch weniger bekannte Bergregionen, auf ruhigeren Wegen und durch weniger frequentierte Orte. Gerade diese Ruhe, die Abgeschiedenheit und das Ursprüngliche machen für mich den besonderen Reiz aus. Ich finde: Manchmal ist weniger einfach mehr.

Hölzernes Gipfelkreuz am Sandjöchl mit Panoramablick auf Alpengipfel und grüne Täler unter blauem Himmel mit weißen Wolken.
Stationen der Reise

Besonders schön finde ich auch die abwechslungsreichen Übernachtungsorte, die jeden Tag ein anderes Flair bieten: Die beiden Olympiastädte Garmisch und Innsbruck bilden einen spannenden Kontrast zu den urtümlichen Bergdörfern Trins und Obernberg. Der kleine Brennerort Gossensass sowie die charmanten Urlaubsorte Mittenwald und Sterzing runden die Auswahl der Etappenorte stimmig ab.

Pausen unterwegs

Auch die Rastmöglichkeiten sind wunderbar vielfältig: von bayerischen Berggasthöfen und Alpenvereinshütten im Karwendel bis hin zu urigen Holzhütten in Tirol und dem italienischen Almdorf Vallmingalm. Überall lohnt es sich, innezuhalten und die Energie der Bergwelt auf sich wirken zu lassen. Sie schenkt Kraft zum Weiterwandern – genauso wie eine herzhafte Jause und hausgemachte Mehlspeisen.

Farbenfrohe Gässchen und entspannte Atmosphäre in Sterzing
Türkisfarbener Obernberger See umgeben von Nadelwald mit dramatischen Berggipfeln im Hintergrund unter blauem Himmel mit weißen Wolken.

Warum alle die Anstrengung?

Eine Alpenüberquerung zu Fuß ist immer auch eine Reise zu sich selbst und zugleich eine Reise zu den Mitwandernden. Kaum irgendwo lernt man sich und andere so intensiv kennen wie in den Bergen, fernab von den Ablenkungen des Alltags. Alles reduziert sich auf das Wesentliche: einen Schritt vor den anderen zu setzen und den Atem ruhig fließen zu lassen. Gedanken dürfen kommen und gehen, der eigene Körper wird bewusster wahrgenommen, und Gespräche gewinnen an Tiefe.

Was das Weitwandern so besonders macht, lässt sich nur schwer beschreiben – man muss es selbst erleben. Ich kann nur jedem empfehlen, sich auf dieses Abenteuer einzulassen.

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