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Reisebericht: Zu Fuß durch die Malerische Toskana

Lilly berichtet über feinste Kulinarik und Orte zum Verlieben
Frau wandert durch grüne Weinbergreihen in der Toskana mit zypressengesäumten Hügeln und historischen Gebäuden im Hintergrund unter blauem Himmel.

Neues Jahr neue Reise, doch dieses Mal darf es mal was anderes sein. Die vergangenen zwei Jahre war ich bereits per Rad auf Erkundungstour durch Italien und berichtete von meinen Erlebnissen von Bozen nach Venedig und von Pisa nach Florenz. Ja, Italien zählt zweifellos zu meinen Lieblingsdestinationen in Europa.

Doch dieses Jahr lasse ich das Fahrrad zu Hause und packe stattdessen die Wanderschuhe und meinen lieben Freund Robert ein. Wir beide freuen uns schon sehr, die malerische Toskana hautnah und zu Fuß auf unserer Wanderreise erleben zu dürfen. Eines haben wir zwei gemeinsam: Wir lieben gutes Essen und sind durch und durch sportliche Genießer. Neben privatem Umbaustress und all jenem, was der Baustellenalltag einem sonst noch abverlangt, war diese Reise für uns eine besondere Auszeit worauf wir uns schon Monate davor freuen. 

Los geht es von einer der schönsten Städte zur nächsten, quer durch das botanische Grün der Weinkultur der Toskana bis ans tyrrhenisches Meer.

 


 

Frau wandert durch grüne Weinbergreihen in der Toskana mit zypressengesäumten Hügeln und historischen Gebäuden im Hintergrund unter blauem Himmel.

Angekommen in meiner Herzensstadt: Florenz

Die Stadt der Kunst, die Wiege der Renaissance und das Herz der Toskana. Wer hier verweilt atmet Geschichte pur und genießt das treibende Leben zwischen prachtvollen Palästen und goldenen Sonnenuntergängen über dem Arno. Deshalb war im Vorhinein klar dass wir vor und nach unserer Reise ein paar Tage mehr einplanen, um ins Dolce Vita einzutauschen und meine Lieblingsstadt zu erkunden. Ich liebe es, am frühen Morgen über die Ponte Vecchio zu joggen, wenn die Stadt langsam erwacht und das Licht den Arno in warme Goldtöne taucht.

Dann einen Cappuccino in einem kleinen Café, das Treiben beobachten und einfach ankommen. Zwischen der imposanten Kathedrale Santa Maria del Fiore und einem Einkaufsbummel im Stadtteil Santo Spirito darf ein Besuch bei einem der berühmten Weinlöcher, den Buchette del Vino, natürlich nicht fehlen. An der Glocke geläutet und schon streckt sich ein Arm mit einem Glas Rotwein aus einem kleinen Fenster, so etwas gibt es einfach nur in Florenz.

Greve in Chianti: Bilderbuchkulisse Toskana

Am Sonntagmorgen geht es nach unserem Infogespräch im Hotel zur Bushaltestelle. Bei strömendem Regen erreichen wir unseren Bus in Richtung Il Ferrone. Kein schöner Start, doch daraus konnten wir die ersten freundlichen Bekanntschaften machen, die ebenfalls ihre Eurohike Wanderreise in der Toskana antreten. Ein kurzer Blick in den Wetterbericht, und die Stimmung wandelte sich schnell ins Positive, denn nach der 45-minütigen Busfahrt sollte die Sonne den orkanartigen Regenguss vertreiben.

Genau so war es schließlich auch, und wir folgten der Eurohike on Tour App durch lichte Waldstücke. Auf einmal war sie da: die Toskana mit allem, was die Region an klassischer Traumlandschaft zu bieten hat – Weinberge, alte Steinhäuser und hohe Zypressenalleen. Wir erreichen den reizenden Ort Greve in Chianti und gönnen uns einen kleinen Nachmittagssnack, bevor wir unser traumhaftes Hotel Pietra del Cabreo beziehen.


MEIN TIPP:

Für diese Übernachtung konnten wir uns gegen Aufpreis eine Übernachtung in einem Charme-Hotel sichern – und das war es allemal wert. Denn neben einer traumhaften Suite und einem Pool mit Blick auf die malerischen Weinberge genießen wir ein exquisites Abendessen im gleichnamigen CABREO Ristorante. Genuss auf höchstem Niveau. Wer generell viel Wert auf einen genussvollen abendlichen Ausklang legt, sollte einen Blick auf unsere Kategorie Charme-Reisen werfen.


 

Frau wandert durch grüne Weinbergreihen in der Toskana bei Castello Vicchiomaggio, mit sanften Hügeln und Bergen unter blauem Himmel.

Weinkulturerbe: Castellina in Chianti

Bei strahlendem Sonnenschein und gut gestärkt durch ein hervorragendes Frühstück wartet schon zu Beginn unserer heutigen Wanderetappe das erste Highlight auf uns: das kleine, ruhige und authentische italienische Montefioralle. Zugegeben, um 9:00 Uhr morgens sind der Ort und seine Bewohner noch im Tiefschlaf, aber lassen es uns nicht nehmen, leise durch die engen Gassen und die mittelalterlichen Steinpflasterwege zu spazieren.

Weiter geht es für uns durch den Wald und vorbei an den Chianti-Weinreben, wo wir die Blicke über die sanftgrüne Natur genießen. Für Anfang Oktober keine Selbstverständlichkeit, doch die Regentage und nassen Wochen zuvor sorgen für einen grünen Spätherbst.

Zu Mittag erreichen wir Panzano, einen kleinen Ort mit großer Vergangenheit. Im 12. und 13. Jahrhundert dient der Ort als wichtiger Schutz- und Handelsplatz für den schon damals besonderen Chianti-Wein. Für uns ist es Zeit für ein kleines Mittagsessen auf der Panorama-Terrasse der Bar Strafico. Zu Fuß machen wir uns auf den Weg nach Lucarelli, wo wir auf unseren öffentlichen Bus nach Castellina warten. Am Etappenziel angekommen, nutzen wir den inkludierten Voucher für eine Weinverkostung im Ristorante Il Cantuccio und freuen uns auf eine wohlverdiente Steinofen-Pizza.

Zwei Wanderer mit Rucksäcken gehen durch grüne Weinreben in Panzano, Toskana. Hügelige Landschaft und Olivenbäume rahmen die sonnige Szenerie.

Siena: die Stadt des Palio und der mittelalterlichen Gassen

Zeitig am Morgen machen wir uns auf den Weg, vorbei an der ortsbekannten Panetteria, um uns noch einen Reiseproviant zu besorgen. Ab dann geht es weiter auf Schotterstraßen bergab, vorbei an toskanischen Villen und vielen Agriturismi. Die Landschaft färbt sich hier auffallend vom grünen Weinanbau in braune Äcker.

Wir genießen die Ruhe entlang der Via Romea und die guten Gespräche auf Schritt und Tritt und wandern weiter in Richtung der ewigen Stadt Siena. In Quercegrossa sammeln sich alle Eurohike Gäste, denn in eine bekannte Stadt zu wandern klingt romantischer, als es ist. Wir nehmen den Bus und schonen unsere Füße für einen ausgiebigen Stadtspaziergang.

In Siena angekommen, tauchen wir ein in das mittelalterliche Flair rund um die Piazza del Campo, einem der schönsten Plätze Italiens. Ein besonderes Highlight ist der Blick vom Torre del Mangia über die Dächer der Stadt, bevor wir den Tag bei einem gemütlichen Abendessen in einem der kleinen Restaurants ausklingen lassen.

Piazza del Campo in Siena mit dem mittelalterlichen Palazzo Pubblico und seinem hohen Torre del Mangia unter blauem Himmel. Menschen versammeln sich auf dem Platz.

Die berühmten 5 Türme von San Gimignano:

Die kleinen Orte liegen hinter uns und voller Vorfreude auf die berühmte Stadt und das Sinnbild der toskanischen Geschichte startet unsere Wanderetappe nach San Gimignano. Nach einer Busfahrt in das kleine verschlafene Val d’Elsa geht es für uns vom unteren Platz die steilen Pflasterstraßen hinauf in die Altstadt. Früh am Morgen ist hier noch niemand unterwegs, doch diese Ruhe und die taufrische Kühle am Morgen sind für uns bereits ein Genuss und mit vielen tollen Eindrücken verbunden. Nachdem wir die Kleinstadt hinter uns lassen, wandern wir größtenteils auf Asphaltstraßen und kleinen Wiesenwegen. Zugegeben, diese Strecke ist nicht sonderlich spektakulär, doch umso schöner ist es, sie gemeinsam mit den vielen netten Gästen von Eurohike zu erleben. So wandern wir diese Etappe großteils gemeinsam, vertieft in Gespräche, mit einem netten Einkehrschwung in ein verstecktes Pilgercafé mitten im Wald.

Eine Teilstrecke der Etappe führt sogar auf einem bekannten Pilgerweg, der Via Francigena, einer wichtigen Pilger und Handelsroute, nur dass wir in unserem Fall nicht wie der Pilgerstrom Richtung Rom unterwegs sind, sondern in die andere Richtung wandern. Bereits aus der Ferne blicken wir auf die fünf berühmten und außergewöhnlich gut erhaltenen mittelalterlichen Geschlechtertürme, die den einstigen Reichtum und Machtanspruch der Familien widerspiegeln und der Stadt ihre einzigartige, bis heute prägende Silhouette verleihen. Da der Tag mit unseren neuen Wanderfreunden bereits so nett war, entschließen wir uns nach einer kurzen Rast im Hotel gemeinsam dazu, das beste Eis der Welt zu kosten und den Abend bei einem herrlichen Essen und hervorragendem Rotwein gemütlich ausklingen zu lassen.

Volterra: Auf den Spuren der Etrusker & des Alabasters

Heute startet unsere Etappe ebenfalls mit einer von Eurohike geplanten Bustour ins Naturschutzgebiet Monte Nero. Dort angekommen wandern wir durch einen abenteuerlichen Waldpfad bis zu einer kurzen, aber gut schaffbaren exponierten Stelle bei einem Wasserfall. Was in der Reisebeschreibung als rauschender Wasserfall gekennzeichnet war, entpuppt sich im Herbst als kleines Rinnsal. Wem diese Passage unsicher erscheint, kann alternativ ein Stück weiter mit dem Bus fahren. Die letzten Meter am Salzhandelsweg Via del Sale führen uns an den begehbaren etruskischen Grabkammern und der Ausgrabungsstätte des Amphitheatrum Romanum Volaterra vorbei bis zur Stadtpforte der Alabasterstadt Volterra.

Nach einer erfrischenden Dusche streifen wir durch die kleinen Gassen, bis ich ganz unscheinbar eine alte Alabaster Werkstatt entdecke. Was für ein Glück, dass ich so neugierig bin, sonst hätten wir dieses Highlight wohl sicher nicht gefunden. Der alte Mann zeigt uns seine Kunstwerke und nachdem ich eines seiner Meisterwerke ersteigern konnte, schliff er mir als Dank ein kleines Alabasterherz, bei dem ich zusehen durfte.

Historische Hügelstadt Volterra in der Toskana bei Sonnenuntergang mit Terrakottadächern, Steingebäuden, einer Kuppel und einem hohen Glockenturm.

Meer in Sicht: Wir erreichen Cecina di Marina

Bei guter Sicht können wir am Horizont bereits das glitzernde Blau des Meeres von Volterra aus erkennen und mit dem Bus geht es anschließend bis zum Busbahnhof nach Cecina in den Ortsteil Marina. Es folgt ein ruhiger Spaziergang entlang des Ufers des Tyrrhenischen Meeres, bis wir aus der Ferne schon die dichten Pinienwälder sehen können. Die Sonne scheint, und auch für den Frühherbst ist es deutlich wärmer als erwartet. Umso mehr freuen wir uns auf die wohltuenden Schattenspender und spazieren barfuß über das sanfte Bett der Piniennadeln.

Da der Ort Anfang Oktober nahezu ausgestorben ist, gehört uns der Sandstrand ganz allein. Wir betrachten die schweren Stücke Schwemmholz, die als Baukasten für Jung und Alt dienen. Dieser Strandabschnitt ist geprägt von einfachen bis hin zu beeindruckenden Kunstwerken der Natur und von Menschenhand, geschaffen von Groß und Klein. Als Abschluss unserer siebentägigen Wanderreise darf ein Sprung ins kühle Nass natürlich nicht fehlen. Der perfekte Abschluss einer unvergesslichen Reise.

Olivenbaum im Vordergrund mit Weinbergreihen in Greve in Chianti, Toskana. Hügelige Landschaft und blauer Himmel mit Wolken im Hintergrund.

Mein Fazit:

Eine Reise, die noch lange nachwirkt. Denn wer Genuss und Kultur mit einer aktiven Auszeit verbindet, ist auf dieser Tour genau richtig. Auch wenn nicht jede Etappe mit hohen Bergen und imposanten Küstenblicken versehen ist, kann man hier richtig abschalten und sich selbst etwas Gutes tun. Die Belohnung wartet auf jeden Fall nach jeder Wanderetappe.

Meine schönsten Bewegt-Momente von unterwegs

Unterwegs auf den schönsten Wanderwegen durch die Toskana ist es kein Leichtes, sich für nur einen Ort zu entscheiden. Oft sind es die vielen kleinen Momente unterwegs, die eine Reise erst richtig besonders machen. Als Kulturliebhaberin ist für mich das besondere Flair der mediterranen Städte ein absolutes Highlight dieser Reise. Nach einer ausgiebigen Etappe, vollgepackt mit netten Gesprächen, staunten wir gemeinsam mit unseren Reisebegleitern über die berühmten Türme von San Gimignano, einer Stadt, die ihrer Geschichte alle Ehre macht. 

Sie möchten noch mehr Inspiration zu meiner Wanderreise in der Malerischen Toskana sehen? Dann lehnen Sie sich zurück und genießen Sie mit mir die schönsten Augenblicke von unterwegs auf unserem Eurohike YouTube-Kanal

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