Da für den heutigen Tag Temperaturen von 33 Grad erwartet werden, passen wir unsere Route an, starten in L’Etacq und laufen dann Richtung Norden. Der Weg führt zu vielen Zeitzeugen vergangener Tage. Bei einer alten Kanone steht ein älterer Herr, der uns anspricht. Er erzählt uns von seinem Vater, der zur Zeit des Zweiten Weltkriegs auf Jersey lebte. Wie wir schon mehrmals erfahren haben, sind die Insulaner sehr gesprächig. Der freundliche Mann hätte bestimmt noch stundenlang erzählen können, aber wir verfolgen unseren Weg, denn wir wollen die beiden Strände, die uns heute noch bevorstehen, nicht zu lange warten lassen. Die Küste ist hier wild und zerklüftet, der Wind frischt auf und wir suchen uns bei der Ruine von Château de Grosnez einen windgeschützten Rastplatz, bevor wir den Weg zum Strand von Plémont Bay antreten. Sobald wir die Küste umrunden und die Bucht von Plémont in Sicht kommt, verstehen wir die Bedeutung des Begriffs „Gezeitenstrand“. Unten an den Felsen ist noch ein kleiner weiß-gelber Streifen Sand, den die Flut allmählich erobert, bis die Wellen schließlich direkt auf die Felsen schlagen. Auf halber Höhe zwischen Meer und Plateau liegt das Plémont Bay Café. Ein perfekter Ort, um zu sehen, wie der letzte Streifen Strand verschwindet. Einige Abenteurer (oder Leichtsinnige?) halten sich noch unten bei der Treppe auf und spielen in den Wellen, die immer weiter Richtung Küste wandern. Das Grand-Finale des Tages ist unsere Ankunft am Strand von Grève de Lecq. Hier lassen wir den Tag ausklingen und wagen den Sprung ins 15 Grad kühle Wasser. Wie gut das tut! Erst um 19 Uhr verlassen wir den Strand voller Vorfreude auf die Insel Guernsey, die wir am folgenden Tag besuchen werden.