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Alpen-
überquerung à la Eurohike - 6 Highlights zwischen Garmisch und Meran

Wanderblogger Nick berichtet bei uns über seine Eurohike Alpenüberquerung mit Hund vom Garmisch nach Meran und seinen 6 Highlights auf der Tour.
Glasklare Leutschacher Ache, gesäumt von Bäumen

Mit seinem Outdoorblog UrbanHiker.de gibt Nick Tipps für Anfänger und Profis zu Wanderrouten, Reisezielen und Wandern mit Hund. Sein Ziel ist es, Menschen Mut zu machen, die Welt zu Fuß zu erkunden - egal ob in der Stadt, auf dem Land und von Mittelgebirgen bis zu den Alpen. Er liebt es zusammen mit seiner Hündin Asta unterwegs zu sein, besonders auf Fernwanderwegen und in den Bergen.

Glasklare Leutschacher Ache, gesäumt von Bäumen

In sechs Etappen durchquerten wir drei Länder und wunderschöne Berglandschaften. Unser Abenteuer beginnt in Garmisch, bekannt als Olympiastadt und Wintersportmekka, umgeben von einer atemberaubenden Bergkulisse, angeführt von der majestätischen Zugspitze. Auf unserem Weg durchqueren wir gemütliche bayerische Biergärten, erleben die sanfte Annäherung an die österreichische Grenze und fahren sogar kurz mit dem Zug von Telfs nach Landeck. Jeder Tag bietet neue Höhepunkte: der Aufstieg zum Reschenpass, die Fahrt mit dem Sessellift zum Mutzkopf und der Moment, als wir den Dreiländergrenzstein zwischen Österreich, Italien und der Schweiz erreichen.

In Südtirol angekommen, sind wir sofort von den endlosen Weinbergen und Obstgärten umgeben, die die Region prägen. Unser letzter Tag wird von einem Panoramaweg gekrönt, der uns schließlich über die legendäre Tappeiner Promenade direkt ins Herz der Kurstadt Meran führt. Auf dieser Reise begegnen Asta und mir nicht nur beeindruckende Landschaften, sondern auch herzliche Menschen, seien es Mitwanderer oder Einheimische, die ihre Geschichten und Träume mit uns teilen. Das Bergabenteuer über die Alpen mit Hund lohnt sich, denn man kommt an glitzernden Seen vorbei, durchquert die eine oder andere Klamm und wandert durch Apfelplantagen.

#1 Partnachklamm

Die Alpenüberquerung beginnt mit einem wahren Naturschauspiel: Die Durchquerung der Partnachklamm mit meiner Hündin Asta markiert den ersten Höhepunkt unserer Eurohike Alpenüberquerung "Von Garmisch nach Meran". Kaum haben wir den ersten Schritt in diese urgewaltige Landschaft gesetzt, umfängt uns das Tosen des Wassers. Unter uns die wilde Partnach, die sich bis zu 80 Meter tief in den Fels gefressen hat. Ein Anblick, der uns ehrfürchtig innehalten lässt. Inmitten der sommerlichen Hitze ist diese Kühle eine Wohltat für uns beide. Die seit 1912 als Naturdenkmal ausgewiesene Schlucht offenbart ihre raue Schönheit auf einem 700 Meter langen, von Tunneln und Stegen gesäumten Weg. Schon im 18. Jahrhundert wagten sich die Holzknechte hierher, um Holz zu transportieren - eine wilde Unternehmung, die uns heute noch in Staunen versetzt. Während wir uns durch die engen Tunnel bewegen, spüren wir die feinen Wasserperlen auf unserer Haut - ein willkommener, erfrischender Nebel. Ein Regenschutz ist ein sinnvoller Begleiter, denn die Schlucht hält gerne die eine oder andere nasse Überraschung bereit. Ein erhabenes Erlebnis, das uns die Kraft und Schönheit der Natur bestaunen lässt und einen unvergesslichen Start in unser Abenteuer verspricht.

Blick durch die Partnachklamm mit Fluss

#2 Ferchensee

Nach den ersten 16 km der insgesamt 20 Kilometer der Etappe erreichen wir den Ferchensee, ein natürlicher Rastplatz inmitten der Wanderung von Garmisch nach Meran. Die Kulisse ist beeindruckend: Die Wälder färben das Wasser je nach Lichteinfall unterschiedlich und die umliegenden Berge spiegeln sich im See. Dieser idyllische Alpensee, geformt von der letzten Eiszeit, ist ein perfekter Ort für eine Pause. Bevor wir die Wanderung fortsetzen, machen wir Halt im Gasthof Ferchensee, um uns mit einer Mahlzeit zu stärken. Hier, an diesem Ort, genießen wir die Ruhe, bevor wir die letzten Kilometer der Etappe in Angriff nehmen.

 

#3 Schwarzer und Grüner See

Die vierte Etappe unseres Eurohike-Abenteuers führt uns nach einer aufregenden Fahrt mit dem Sessellift in die stille Welt der Bergseen über Nauders. Nach einem gemächlichen Marsch von rund zwei Kilometern erreichen wir den mystischen Schwarzsee, der, umgeben von einem Hochmoor, in den sanften Farben der Bergwälder ruht. Hier, in diesem geschützten Naturschutzgebiet, entdecken wir eine besondere Welt: Seerosen, die auf dem sauerstoffarmen Wasser schweben, und eine Vielfalt an Flora und Fauna, die in diesem Rückzugsgebiet gedeiht. Der See, der einst menschlichen Eingriffen ausgesetzt war, zeigt uns die unvergleichliche Resilienz der Natur.

Weitere zwei Kilometer auf unserem Weg liegt der Grünsee, ein wahres Juwel der Natur, dessen warme und klare Gewässer ein Paradies für Fische wie Regenbogenforellen und Saiblinge sind. Der Blick über den See wird von der beeindruckenden Felswand des Piz Lad dominiert, ein majestätischer Anblick, der uns auf unserem Weg zur Reschner Alm begleitet. Hier, in der Ruhe der Berge, weit entfernt vom Lärm der Welt, spüren wir eine tiefe Verbindung zur Natur, die uns mit ihrer Schönheit und Stille erfüllt. Diese Seen sind nicht nur ein Ziel, sie sind eine Einladung, die Wunder unserer Welt zu erleben und zu bewahren.

 

#4 Geisterklamm

Auf der zweiten Etappe unserer Alpenüberquerung erreichen wir die mystische Leutascher Geisterklamm, eine tiefe Schlucht, die sich über Jahrtausende ihren Weg vom Tiroler Mieminger Gebirge bis nach Bayern gebahnt hat. Hier, in dieser bis zu 75 Meter tiefen Furche, treffen wir auf ein Naturschauspiel aus sprudelnden Wasserfällen und wilden Wasserwalzen, das von alten Mythen und Sagen umwoben ist. Asta, meine treue Hündin, begleitet mich zwar nicht direkt auf den metallenen Stegen durch die Klamm, um ihre Pfoten zu schonen, doch zusammen erkunden wir den Ausweichpfad zur Panoramabrücke. Von dort aus bieten sich uns atemberaubende Einblicke in das tosende Herz der Klamm. Wir spüren die feuchte Gischt und lauschen dem Konzert der Elemente, während die Legenden von dämonischen Wächtern und fliegenden Geistern, die einst die Eingänge bewachten, unsere Fantasie beflügeln. Die Leutascher Geisterklamm erweist sich als ein wahrhaft magischer Ort, der uns auf gut ausgebauten Wegen tief in seine Geheimnisse führt und uns die Urkraft der Natur hautnah spüren lässt. Ein fabelhaftes Erlebnis, das uns zeigt, wie tief die Wurzeln der Geschichte in dieser Landschaft verankert sind.

Beeindruckende Geisterklamm

#5 Reschensee mit versunkenem Kirchturm

Auf der vierten Etappe unserer Wanderreise von Garmisch nach Meran erreichen wir einen Ort, der Geschichte und Natur auf eindrucksvolle Weise verbindet: Reschen am Reschensee. Geprägt von der tragischen Überschwemmung im Jahr 1950, als Alt-Graun und Teile von Reschen für den Bau eines Stausees geflutet wurden, steht heute der einsame Kirchturm im See als stilles Mahnmal dieser Ereignisse. Dieser aus dem Wasser ragende Kirchturm bietet eine surreale Kulisse und zieht viele Besucher an.

Reschen selbst, auf etwa 1.500 Metern gelegen und mit rund 900 Einwohnern, lebt hauptsächlich vom Tourismus. Der kleine Ort, der zur Gemeinde Graun am Ostufer des Sees gehört, ist der nördlichste Punkt des Südtiroler Vinschgaus. Hier entspringt auch die Etsch, der zweitgrößte Fluss Italiens, der uns auf unserer Wanderung bis nach Meran begleiten wird. Der Anblick des im Reschensee versunkenen Kirchturms, umgeben vom bunten Treiben des Ortes und seiner malerischen Umgebung, hinterlässt einen bleibenden Eindruck und zeugt von der steten Anpassungsfähigkeit des Menschen an die Launen der Natur.

Versunkene Kirche von Graun im Reschensee

Für Asta und mich war es eine Tour, die uns noch enger zusammengeschweißt hat und uns viele schöne Erinnerungen beschert hat. Die Vielfalt der Natur, von den schroffen Berggipfeln bis zu den sanften Hügeln der Weinberge, war beeindruckend. Die Reise mit Eurohike war eine perfekte Mischung aus Herausforderung und Entspannung, gespickt mit unzähligen Gelegenheiten, die Schönheit der Alpen in vollen Zügen zu genießen.

Nick, "UrbanHiker"

#6 Meran mit seiner Promenade

Das große Finale der Wanderung mit Asta von Garmisch nach Meran ist das Erreichen der bezaubernden Stadt Meran, ein Ziel, das gleichzeitig der Ausgangspunkt für unser nächstes Abenteuer ist: die Wanderung von Meran zum Gardasee. Meran empfängt uns mit einer einzigartigen Mischung aus alpiner Frische und mediterranem Flair. Ein besonderes Highlight ist die Tappeinerpromenade, die „Krone Merans“. Der 4 km lange, ebene Spazierweg führt durch eine beeindruckende Vielfalt mediterraner und alpiner Vegetation, vorbei an exotischen Blumen und Bäumen, die zum Staunen anregen. Die nach dem Arzt und Botaniker Dr. Tappeiner benannte Promenade bietet einen atemberaubenden Blick über die Stadt und lädt in zahlreichen Cafés zum Verweilen ein.

Meran selbst besticht durch weitläufige Parks, grüne Promenaden und botanische Gärten. Die Wasserläufe, die sich durch die Stadt schlängeln, verstärken den Eindruck einer Oase der Ruhe und Schönheit. Besonders beeindruckend ist das Zusammenspiel des alpin-mediterranen Flairs mit dem urbanen Charme der Altstadt, in der sich mittelalterliche Bauten mit dem historischen Stadtkern verbinden.

Abendstimmung über einem Fluss in Meran
Hund vor Bergkulisse

Mein Fazit

Die sechstägige Alpenüberquerung von Garmisch nach Meran mit meiner Hündin Asta war mehr als nur eine Wanderung - es war eine Reise durch atemberaubende Landschaften und unvergessliche Momente. Von den imposanten Gipfeln rund um Garmisch über die sonnendurchfluteten Weinberge Südtirols bis hin zu den gemütlichen bayerischen Biergärten - jede Etappe hat ihren eigenen Charme. Besonders beeindruckend war der Aufstieg zum Reschenpass, das Erreichen des Dreiländerecks und der Abschluss in der malerischen Kulisse von Meran.

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