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Bewegung als Haltung: Rückblick, Wandel und klare Perspektiven

Geschäftsführer Verena Sonnenberg und Thomas Schmid im Interview

Die vergangenen fünf Jahre waren eine Zeit voller Bewegung – spannend, fordernd und manchmal völlig unvorhersehbar. Vieles hat sich verändert, die Welt stand zeitweise Kopf, und doch haben wir Wege gefunden, uns anzupassen, Chancen zu erkennen und mutig neue Schritte zu gehen. Während wir auf diese bewegte Phase zurückblicken, sehen wir nicht nur Herausforderungen, sondern vor allem Fortschritt, Zusammenhalt und bemerkenswerte Entwicklungen. Mit diesem Rückenwind blicken wir zuversichtlich in die Zukunft und freuen uns auf alles, was vor uns liegt. Die Geschäftsführer der Eurofun Touristik, Verena Sonnenberg und Thomas Schmid, in einem Interview, das Erinnerungen an die vergangenen Jahre und so manche Emotion weckt:

Verena, Thomas, das Jahr 2020 hat die Reisebranche tiefgreifend verändert. Welche Entwicklungen haben sich unmittelbar danach gezeigt und gibt es welche, die bis heute nachwirken?

 

Verena: Eine Sache hat sich maßgeblich verändert: Bis 2019 war die Reisebranche gut planbar. Wir konnten solide kalkulieren. Einfach gesagt: Wer brav seine „Hausaufgaben“ machte, wurde auch mit einem angenehmen Ergebnis belohnt. 2019 war das bis dahin beste Jahr in der Geschichte von Eurofun Touristik und daher hatten wir für 2020 ebenfalls ein starkes Jahr erwartet – doch dann kam alles anders. Diese beispiellose globale Ausnahmesituation brachte enorme Unsicherheiten und machte es notwendig, Prozesse komplett neu zu denken, etwa durch die rasche Umstellung auf Remote-Arbeit. Das Thema war zwar schon vorher präsent, aber die Umstände zwangen uns, schnell auf die veränderten Gegebenheiten zu reagieren.

Thomas: Und trotzdem war 2022 ein überraschend gutes Jahr, auch wenn das Reisen noch nicht vollständig ohne Einschränkungen möglich war. 2023 knüpfte daran an: Wir konnten das Team vergrößern, Experten wurden ins Haus geholt und unser Produktportfolio erweitert.

Heute jedoch ist klar: Planbarkeit in der gewohnten Form gibt es seitdem nicht mehr. Der Markt ist volatiler, die Mitbewerbersituation hat sich stark verändert, und geopolitische wie wirtschaftliche Faktoren – wie aktuell in Deutschland – stellen zusätzliche Herausforderungen dar. Bevorzugte Zieldestinationen ändern sich häufiger, Flexibilität ist wichtiger denn je.

Zwei Personen Verena Sonnenberg und Thomas Schmid stehen in einer grünen Wiese mit Wald im Hintergrund. Beide tragen blaue Outdoor-Shirts und lächeln in die Kamera.
Hat sich denn das Reiseverhalten der Gäste gewandelt? Und wenn ja, wie?

 

Thomas: Definitiv. Die Nachfrage nach Aktivurlaub ist weiterhin ungebrochen. Die Gäste wollen nicht mehr nur ein oder zwei Radtouren oder Wanderungen im regulären Urlaub unternehmen, sondern aktiv sein, mehr vom Land sehen und verstärkt die Lebenswelt der Einheimischen kennenlernen. Auch interessant: Während dieser herausfordernden Zeit haben wir neue Zielgruppen erreicht, besonders beim Wandern werden die Gäste deutlich jünger.

Wir beobachten zudem ein starkes Interesse an Ganzjahresdestinationen wie Portugal, wo wir unser Portfolio stark ausgebaut haben. In der letzten Saison kamen 6 neue Radreisen und 7 neue Wanderreisen hinzu. Zudem konnten wir einen Anstieg von rund 30% bei den Gästezahlen verzeichnen. Nördlichen Reiseziele in Skandinavien, die im Sommer angenehmere Temperaturen bieten, werden auch verstärkt nachgefragt.

Wie haben die vergangenen Jahre die strategische Ausrichtung von Eurofun Touristik beeinflusst?

 

Verena: Das Jahr 2020 war ein Beschleuniger für Veränderungen in vielen Bereichen. Wir erweitern kontinuierlich unser Produktportfolio und setzen noch konsequenter auf Service und Qualität, um zielgerichteter am Gast zu sein. Dies zieht sich durch alle Bereiche: von der Hotelauswahl mit Fingerspitzengefühl über die Weiterentwicklung der Eurobike & Eurohike on Tour-App und den digitalen Reiseunterlagen bis hin zur persönlichen Betreuung vor und während der Reise. Persönlich am und für den Gast – das wird bei Eurofun großgeschrieben und steht im Zentrum unseres Handelns. Dazu investieren wir massiv in die Aus- und Weiterbildung unseres Teams, egal ob in der Zentrale in Obertrum oder in den Außenstellen. Dass sich die Nähe zum Gast ebenso wie die kontinuierlichen Schulungen unseres Teams lohnen, zeigt unsere hohe Kundenzufriedenheit: 87% unserer Gäste gaben 2025 ein positives Reisefeedback ab. Besonders erfreulich ist zudem die hohe Rückkehrquote unserer Außenstellen-Mitarbeiter: 95 % unterstützten uns auch 2025 wieder tatkräftig in der persönlichen Gästebetreuung vor Ort.

Ein großer Meilenstein war unser Rebranding: Nach 30 Jahren war es an der Zeit, unser Auftreten zu verändern, wir sind jünger und moderner geworden, haben uns vom klassischen Katalog verabschiedet und setzen inzwischen stärker auf inspirierende Inhalte und digitale Lösungen. Mit unseren digitalen Reiseunterlagen ist der Gast immer am neuesten Stand und kann uns ganz einfach und in Echtzeit Hinweise zu Sperrungen zusenden. Ein weiteres gerne genutztes Angebot ist unsere Online-Reiseberatung durch unsere Reisespezialisten. Einfach online einen Termin buchen und sich gemütlich von zuhause aus über die Wunschreise informieren, per Telefon oder Video-Call. Und mit unserem smarten Buchungsformular wird die Buchung noch unkomplizierter und einfacher.

Nachhaltigkeitsteam Meeting

„All unsere Aktivitäten sind konsequent auf den Gast ausgerichtet. Innovation und Weiterentwicklung erfolgen stets mit dem Ziel, die Qualität für unsere Gäste zu optimieren."

Verena Sonnenberg

Geschäftsführung Eurofun Touristik

Unvorhersehbare Ereignisse gehören auch im Tourismus zur Realität. Wie hat Eurofun Touristik gelernt, mit solchen Situationen umzugehen, Risiken zu managen und dennoch entscheidungs- und handlungsfähig zu bleiben?

 

Thomas: Sicherheitsüberlegungen sind nun deutlich präsenter. Mit der Zunahme europaweiter Naturkatastrophen und politischen Unsicherheiten müssen wir schneller reagieren als früher.

Dazu wurde unser Notfallmanagement ins Leben gerufen: Unsere Spezialisten beobachten kontinuierlich die Entwicklungen in unseren Reisedestinationen. Dank unseres dichten Netzes an Außenstellen können wir vor Ort flexibel handeln – von der Organisation von Transporten bis zur kurzfristigen Anpassung von Routen. Schnelligkeit und Informationsstärke sind heute entscheidende Erfolgsfaktoren.

Das System kam bereits bei regionalen Hochwasserereignissen zum Einsatz. Durch die anhaltenden starken Regenfälle, im Gebirge auch Schnee, traten Flüsse binnen kürzester Zeit über die Ufer und richteten massive Schäden an. In dieser Situation war eine schnelle Reaktionsfähigkeit gefragt. Dank intensiver Schulungen im Vorfeld konnten unsere Teams vor Ort schnell reagieren und innerhalb kürzester Zeit unter anderem Personentransporte mit unseren eigenen Bussen und Fahrern organisieren und so Gäste sicher aus den betroffenen Regionen und angrenzenden Gebieten evakuieren.

Mitarbeiterin beim Infogespräch mit zwei Gästen vor Ort
Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit im Unternehmen?

 

Verena: Eine ganz zentrale. Nachhaltigkeit ist für uns kein Selbstzweck oder reiner Imagefaktor, sondern ein Wegweiser für die Zukunft. Travelife, das international anerkannte Schulungs- und Zertfizierungsprogramm, unterstützt uns dabei, unsere Nachhaltigkeitsziele in allen Bereichen strukturiert zu verwirklichen. Für die Zertifizierung im Juni 2025 mussten wir beispielsweise über 260 Kriterien aus unterschiedlichsten Bereichen, von Umweltschutz- und Energiesparmaßnahmen über Emissions-Management bis zum Verbraucherschutz, erfüllen. Diese Punkte bestimmen die täglichen Abläufe und betreffen alle Bereiche unseres Unternehmens. Wir setzen auf langfristige, authentische Lösungen statt auf kurzfristige Auszeichnungen.

Aus diesem Gedanken heraus wurde die neue Produktlinie „Bewusst Reisen“ initiiert. Rad- und Wanderreisen sind an sich schon eine der umweltfreundlichsten Arten zu reisen, aber wir gehen mit der neuen Produktkategorie noch einen Schritt weiter. So sind die Unterkünfte besonders nachhaltig und erfüllen höchste Standards in Sachen Ressourcenschonung. Die Reise selbst punktet unter anderem mit guter öffentlicher Anbindung und Routen abseits der touristischen Hotspots.

Was uns besonders wichtig ist: Wir achten in allen Bereichen stets darauf, unseren ökologischen Fußabdruck so gering wie möglich zu halten.

Drei Wanderer mit Rucksäcken auf einem Bergweg beim Gosausee mit schneebedeckten Gipfeln, grünen Wäldern und einem See im Hintergrund.

„Nachhaltigkeit bedeutet für uns, bewusst zu handeln – für die Natur, die Regionen, in denen wir unterwegs sind, und für unsere Gäste. Wir freuen uns, mit kleinen wie großen Schritten etwas Positives zu bewirken.“

Thomas Schmid

Geschäftsführung Eurofun Touristik

Nachhaltigkeit und Komfort schließen sich nicht aus: Wie reagiert Eurofun Touristik auf das wachsende Interesse an E-Bikes?

 

Thomas: Wir versuchen, Aktivreisen für jeden möglich zu machen. Man darf nicht vergessen: Jeder hat ein anderes Fitnesslevel, und dafür braucht es ein Elektrorad, um die Radreise auch wirklich für alle Beteiligten angenehm zu machen. Dieser Trend ist tatsächlich stark und ungebrochen. Unsere Gäste fragen verstärkt E-Bikes an, daher investieren wir kontinuierlich in moderne und hochwertige Modelle von unserem Partner KTM, damit wir am Puls der Zeit sind. Im Jahr 2025 betrug der Anteil der E-Bikes bei den Leihrädern bereits 65 %.

Aber auch die Einführung von neuen Leihradtypen wie dem Leihrad-PLUS und dem Gravelbike wird von den Gästen sehr gut angenommen. Vor allem das jüngere Publikum freut sich über die sportlichen Räder und auch über den Ausbau unserer sportlichen Produktlinie.

Drei Radfahrer auf E-Bikes auf einer Straße in Sankt Lorenz, Mondsee. Dahinter eine Kirche mit grünen Türmen und traditionelle Alpenhäuser vor Bergen.

„Die neue Saison beginnen wir voller Energie und Optimismus – und mit der Vorfreude, gemeinsam für unsere Gäste einzigartige Aktivreiseerlebnisse zu gestalten.“

Thomas Schmid im dunklen Blazer und hellblauen Hemd mit Verena Sonnenberg in weißer Bluse, beide lächelnd in heller Büroumgebung.

Verena Sonnenberg und Thomas Schmid

Geschäftsführung Eurofun Touristik

Das bewegte uns in der Saison 2025

Das waren unsere beliebtesten Wanderreisen

Unter unseren beliebtesten Wanderreisen gab es 2025 eine Überraschung auf Platz 1. Die Reise Rund um Madeira konnte den Klassiker Garmisch – Meran auf den zweiten Platz verdrängen. Ex aequo mit der Alpenüberquerung landete der Lechweg ebenfalls auf dem zweiten Platz.

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Wanderin mit blauem Rucksack sitzt zwischen weißen Hortensienblüten und blickt auf Madeiras dramatische Nordküstenlandschaft mit Bergen und Meer.

Unsere beliebesten neuen Wanderreisen

Bei unseren neuen Wanderreisen 2025 standen zwei Reisen besonders hoch im Kurs bei unseren Gästen: Rund um den Gardasee und die Julischen Alpen & wildes Soča Tal. Beides Regionen die durch ihre landschaftliche Vielfalt punkten und mit Slowenien wurde eine neue Wanderdestination erschlossen.

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Panoramaseeblick von Cavaion Varonese

Plauderstunden

Unsere Webinar-Reihe „Plauderstunde“ wurde erfolgreich fortgesetzt. Neben den neuen Wanderreisen 2026, die unsere Produktmanager Andreas Schintlmeister und Reimar Winterberger präsentierten, gab es im Frühling eine gemeinsame Plauderstunde zum Thema „Die schönsten Eurobike & Eurohike Fernwege in Italien“ mit Andreas Schintlmeister, Elena Ferri und Isabella Strasser.

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Andi und Rey bei unserer Plauderstunde

Travelife-Zertifizierung

In diesem Jahr durften wir uns auch über die Travelife-Zertifizierung als nachhaltiger Reiseveranstalter freuen. Für diese mussten über 260 Anforderungen aus den unterschiedlichsten Bereichen – von Umweltschutz- und Energiesparmaßnahmen über Emissions-Management bis zum Verbraucherschutz – erfüllt werden. Ein wichtiger Schritt auf unserem Weg zu mehr „grünem Denken“.

Mehr zur Nachhaltigkeit
Travelife-Zertifizierung für Eurofun Touristik
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